Land & Leute

Land & Leute, Menschen & Sprache . . .

Das Land

Die Republik Moldova ist das Land zwischen Prut und Nistru. Seine Nachbarn sind im Westen Rumänien und im Norden, Osten und Süden die Ukraine. Moldova hat das Pech, dass im Süden nur wenige Kilometer zwischen der Landesgrenze und dem Schwarzen Meer liegen. Moldova ist ein hügeliges Land, das dabei auf einem gleich hohen Niveau liegt. Man kann über das Land hinweg in die Ferne schauen. Der höchste Berg ist der "Dealul Balanesti" mit 430 Meter. Doch in den verschiedensten Gegenden hat man das Gefühl, dass das Land aus hohen Bergen und tiefen Tälern besteht. Gerade dieses Gefühl bekommt man in Orhei vechi, in Þipova oder in Sharna zu spüren. Hier liegen die Flüsse Rãut und Nistru tief im Tal. Der längste Fluß Moldovas ist der Grenzfluß zu Rumänien, der Prut. Im Norden ist er für die Stromgewinnung gestaut.

Die Grenze zu Rumänien ist eigentlich die einzige, die man als Grenze bezeichnen kann. Da die Ukraine zusammen mit Moldova 50 Jahre lang zur UDSSR gehörten, sind die Grenzen zur Ukraine nicht leicht zu erkennen. Wenn man im Süden über die Stadt Giurgiuleºti von Rumänien nach Moldova möchte und fragt in Rumänien nach dem Weg, dann kann man folgen Antwort erhalten: "Fahren Sie die Straße weiter und biegen dann links nach Moldova ab und weiter gerade aus sind Sie in der Ukraine.". Verwaltungsmäßig ist Moldova in 32 Kreise, den "raioane" (s. Foto), aufgeteilt. (Mehr findest du unter www.citypopulation.de) Und das gesamte Land besteht fast überwiegend aus "Steppe" mit einzelnen Wäldern. Den einzigen Bodenschatz, den Moldova hat, ist sein fruchtbares Land. Durch das Klima mit den relativ trockenen warmen Sommern und kurzen, sehr kalten Winter gedeiht hier einer der besten Weine der Welt. Auch der Obstanbau ist einer der Schätze, die das Land her gibt.

Die Menschen und ihre Sprache

"Außer den Bessarabiern hat kein einziges Volk der Welt so oft an der eigenen Haut gespürt, was es heißt, in einem Land schlafen zu gehen und in einem anderen aufzuwachen." schreibt Iurie Colessnic in dem Heft "Moldowa - Land am Dnjester" aus dem Wostok Verlag (s. unter "Literatur" in der Infothek). Die Chronologie Moldovas zeigt deutlich, wie im Laufe der Jahrhunderte die Machthaber immmer wieder wechselten: zuerst die Daker, dann die Römer, die Slwaischen Völker, die Türken, wieder russische Besetzung, Wechsel nach Rumänien und und und. Jeder Machthaber brachte seine Kultur und seine Sprache mit und wollte es dem Land aufzwingen. Die Römer versuchten im Laufe von 200 Jahren das Land und seine Menschen zu latinisieren und das Russische Reich bzw. die Sowjetunion versuchte zu russifizieren.

Doch beides ist fehlgeschlagen. Klar, die moldauische Sprache (sie ist identisch mit der rumänischen) ist eine lateinische Sprache, aber dennoch sagen Fachleute, dass trotz der "Verschmelzung" der Daker und der Römer nicht nur ein neues Volk sondern auch eine eigene Sprache, eben das moldauische/rumänische, entstanden ist. Dennoch zählt diese Sprache zu der lateinischen/romanischen Sprachgruppe.

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